Da das bekannte Online-Auktionshaus ebay, das immer noch das mit Abstand größte seiner Art ist, in den letzten Jahren zunehmend Unmut von Kunden und Kritik von Verbraucherschützern auf sich zieht, scheint die Zeit für andere Anbieter auf dem Markt der Onlineauktionen gekommen zu sein. Tatsächlich gibt es inzwischen eine ganze Reihe kleinerer Alternativen, die alle für den Kunden bestimmte Vor- und Nachteile gegenüber ebay und auch untereinander teils große Unterschiede aufweisen.
Kritik am Marktführer: Hohe Preise und ebay Betrug
Was Kunden an eBay vor allem stört, ist, dass der einstige virtuelle Flohmarkt inzwischen von gewerblichen Händlern dominiert wird und die Preise sogar die anderer Onlineshops, die nicht als Auktionshäuser arbeiten, teils weit übertreffen. So wird die bleibende Beliebtheit, gemessen an den Käuferzahlen, in Expertenkreisen eigentlich nur noch dadurch erklärt, dass Kunden immer noch durch das Image von ebay als Preisparadies angelockt werden – ein Image, das aber längst nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun zu haben scheint.
Eine andere Kritik bezieht sich darauf, dass auf ebay im Vergleich mit anderen Auktionsanbietern und anderen Onlinehändlern besonders hohes Risiko besteht, einem Betrug zum Opfer zu fallen. Weil ebay so groß und erfolgreich ist, wird es eben auch für Betrüger attraktiv, die dort ebenso erfolgreich auf Bauernfang gehen wollen.
Ebay Alternativen: klein aber interessant
Neben ebay versuchen inzwischen viele kleinere Auktionshäuser, auf dem Markt Fuß zu fassen. Das bekannteste davon ist www.hood.de, das nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet wie ebay. Kunden schätzen an dieser Plattform einerseits, dass die Preise zumeist niedriger sind, als auf ebay. Das liegt vor allem daran, dass die Konkurrenz der Käufer, die in der Auktion ja miteinander um den Preis ringen, aufgrund der geringen Verbreitung weniger ausgeprägt ist, weshalb sich hier das online Shopping günstig gestaltet. Auch besteht noch stärker das ursprüngliche Flohmarkt-Feeling, das ebay längst verloren hat. Hier sind weniger kommerzielle Händler, die Neuware anbieten, dafür aber mehr Privatanbieter mit Raritäten. Die Kehrseite der Kleinen ist allerdings, dass es oft schwer ist, ausgefallene Produkte gezielt zu finden.
Neben den allgemeinen Plattformen gibt es noch solche, die spezielle Nischen bedienen. Ein Beispiel dafür ist eine Reihe von Auktionsplattformen, in denen Handwerker ihre Dienstleistungen an potenzielle Kunden versteigern können.
Exoten
Neben den klassischen Online-Auktionshäusern, die sich alle im wesentlichen am Geschäftsmodell des großen Bruders ebay orientieren, gibt es noch einige untypische Modelle. So drehen manche Anbieter das Verfahren herum, so dass die Artikel mit jedem Gebot nicht teurer, sondern günstiger werden. Dafür müssen die Bieter für jedes abgegebene Gebot eine Gebühr entrichten, weshalb die Teilnahme auch Geld kostet, wenn man leer ausgeht. Das ist schon fast eher eine Variante des Glückspiels, als eine Alternative zum Onlineshoppen.
Die Qual der Wahl
Die Frage, wo man es am besten versucht, wenn man an einer Onlineauktion teilnehmen möchte, kann nicht allgemein beantwortet werden. Letztendlich hängt es davon ab, was man sucht und wie viel Zeit man investieren möchte. Wer nach handelsüblichen Neuwaren sucht und nicht so sehr auf den Preis achtet, ist sicher mit ebay und den dort anzutreffenden vielen gewerblichen Händlern ganz gut beraten. Wer sparen möchte und dafür eine längere Suche nach einem passenden Angebot in Kauf nehmen will, sollte vielleicht einmal etwas neues probieren und es bei den kleinen Konkurrenten des großen Bruders versuchen. Das gilt auch für diejenigen, die sich durch ein Angebot von Trödel, Second Hand Klamotten und Raritäten inspirieren lassen wollen. Die werden auf ebay eher verloren zwischen den vielen Neuwaren mit Festpreisen umherirren, als den gesuchten Flohmarktspaß zu finden. Wieder anders sieht es mit unkonventionellen Versteigerungsmodellen wie etwa der Rückwärtsauktion aus: hier sollte man sich vor allem sehr gut informieren, wie das Verfahren genau funktioniert und, im Fall der besagten Rückwärtsauktion, das finanzielle Risiko gründlich abschätzen und abwägen, ob es das wert ist. Immerhin ist die Chance hier nicht nur, ein günstiges Schnäppchen zu ersteigern, sondern auf der anderen Seite auch die, leer auszugehen und dafür viel Geld zu verlieren.
Zuguterletzt spielt für den ein oder anderen aber auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle. Denn den Meldungen der Fachpresse zufolge ist das Risiko, einem Betrüger aufzusitzen, bei ebay um ein Vielfaches größer als bei allen anderen Plattformen.